Selbstverständnis

Toleranz und freie Entfaltung bilden die Basis für ein solidarisches und selbstbestimmtes Leben. Wir kämpfen für Freiheit und Gleichberechtigung, stehen für ein respektvolles Miteinander in jedem Lebensbereich und für alle Individuen. CoA ist eine Gruppe, die nicht nur reagiert, sondern nachhaltig handeln möchte.

antifaschistisch…
antikapitalistisch…
emanzipatorisch…

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Antifaschismus

Wir verstehen Antifaschismus als alltäglichen Kampf gegen völkisch-nationalistische Bewegungen, gegen reaktionäre Kräfte sowie autoritäre und patriarchale Strukturen.
Dabei sehen wir nicht nur die rassistischen und neonazistischen Ideologien, die immer noch von Menschen verbreitet und ausgelebt werden als Angriffspunkt unseres antifaschistischen Handelns, sondern auch die staatlichen Strukturen, die diese Ideologien füttern und menschenverachtende Gruppierungen unterstützen. Ebenso heißt Antifaschismus für uns, allen Menschen ein selbstbestimmtes Leben frei von Angst und Unterdrückung zu ermöglichen.

Genauso positionieren wir uns gegen Nationalstaaten, die für eine Abgrenzung von Menschengruppen untereinander nur aufgrund ihrer Nationalität sorgen, und dem daraus resultierenden Nationalismus sowie Patriotismus. Zu unserem antifaschistischen Selbstverständnis zählt außerdem die Ablehnung von autoritären und patriarchalen Gesellschaftsformen. Eine so geprägte Gesellschaft kann kein freies und selbstbestimmtes Leben für jeden Menschen ermöglichen und muss daher überwunden werden.
Gleichzeitig haben wir den Anspruch an uns selbst, auch unser eigenes Leben nach antifaschistischen Werten zu gestalten. Dabei geht es nicht nur um das Zusammenleben innerhalb der Gruppe, sondern auch um das Handeln von jedem Menschen in seinem alltäglichen Leben. Wir wollen Menschen unterstützen, die von persönlicher oder struktureller Gewalt betroffen sind. Wir solidarisieren uns mit allen Menschen und Gruppierungen, die unsere Ziele teilen.

Unsere Auffassung von Antifaschismus impliziert auch eine Ablehnung von Dogmatismus. Das bedeutet, wir werden unsere antifaschistischen Positionen stetig weiterentwickeln und immer wieder neu in Frage stellen.

Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!

 

Antikapitalismus

Der Kapitalismus als ein System, in dem das Eigentum an Produktionsmitteln über das Wohl und Weh eines Menschen entscheidet, hat in den über 200 Jahren seiner Geschichte bewiesen, dass er eine Wirtschaftsordnung ist, welche Verelendung und Ausbeutung von Mensch und Tier, ökologische Zerstörung und Konkurrenzdruck schafft.

Da er als Wirtschaftssystem den Überbau für das gesellschaftliche und politische System auf der ganzen Welt bildet, verwundert es nicht, dass diese Situation zu diversen Ausgrenzungsmechanismen (Nationalismus, Rassismus, Sexismus, etc.) innerhalb der Gesellschaften wie auch in den politischen Systemen geführt hat. Wir geben uns nicht der bürgerlichen Wunschvorstellung hin, der Kapitalismus existiere nicht mehr und sei von so etwas wie einer „sozialen Marktwirtschaft“ abgelöst worden. Denn all die Vorgänge und Abläufe, die am Ende des 18. Jahrhunderts bereits zu erkennen waren, sind auch heute noch klar erkennbar. Ebenfalls glauben wir nicht an das Märchen, dem sich einige linke Utopist*innen hingeben, der Kapitalismus würde sich aus seiner eigenen krisenbehafteten Logik heraus selbst zerstören und das Ende der Geschichte wäre nur eine Frage der Zeit. Denn wenn er eins bewiesen hat, dann, dass er sehr wandlungs- und anpassungsfähig ist und seine eigenen Krisentendenzen gut abzuschwächen weiß. Wir wissen, dass wir eine befreite Gesellschaft nur erreichen können, wenn wir für sie kämpfen!

Was sind nun aber die Alternativen zum Kapitalismus? Wir möchten, dass an die Stelle des Kapitalismus eine solidarische, herrschaftslose und diskriminierungsfreie Gesellschaft tritt. Das kann jedoch nur funktionieren, wenn wir kollektiv zusammen mit anderen progressiven Bewegungen für eine solche Gesellschaft werben und kämpfen. Hierbei haben wir aber weder das Patentrezept für „den richtigen Weg“ noch den Masterplan für die zukünftige Ausgestaltung dieser Gesellschaftsform. Diese können nicht a priori bekannt sein, sondern müssen immer wieder durch Versuch und Irrtum, das Eingestehen von Fehleinschätzungen und dem Abweichen von der eigenen politischen Doktrin gefunden werden. Wir glauben daran, dass wir voneinander lernen können, um wie in einem Kaleidoskop ein sich ständig wandelndes, gemeinsames Bild unserer Utopie zu erhalten und dafür zu sorgen, dass diese dann auch Realität wird.

Bei all der berechtigten Kritik am Wesen des Kapitalismus ist es uns wichtig, nicht in eine verkürzte Kapitalismuskritik abzugleiten, die mit antisemitischen Klischees spielt. Wir glauben nicht, dass eine Dämonisierung der „Bankster“ oder des „Raubtierkapitalismus“ Teil einer progressiven Kapitalismuskritik sein kann. Vor allem, da diese impliziert, dass es einen „bösen“ (bspw. Finanz- und Ölindustrie) und einen „guten“ (der kleine Tante-Emma-Laden von nebenan) Kapitalismus gäbe. Dabei wird außer Acht gelassen, dass das System an sich das Problem ist.
Trotzdem müssen immer wieder einzelne Beispiele angeführt werden, um die Widersprüche im System anschaulich zu machen. Dies kann allerdings nur ohne verschwörungstheoretische sowie antisemitische Stereotype passieren.

Jede Befreiungsbewegung verändert ihren Charakter, wenn sie von der Utopie zur Realität übergeht.
(Karl Marx)

 

Emanzipation

Emanzipation versteht sich als die unabhängige und freie Selbstbestimmung von Menschen. Diese fundiert auf einer von Gleichheit und Freiheit bestimmten Ebene, welche frei von Diskriminierung und Hegemonie gegenüber Herkunft, Geschlecht und Gruppenzugehörigkeit ist. Während die Anfänge der emanzipatorischen Bewegung an der Unmündigkeit der nach Befreiung strebenden Menschen scheiterten, konnten bis heute durch die Aufklärung der Gesellschaft größere Erfolge erzielt werden. In der heutigen Zeit kann aber noch lange nicht von einer emanzipierten Gesellschaft gesprochen werden, auch aufgrund des Erstarkens reaktionärer Kräfte in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik. Deshalb ist es umso wichtiger, sich diesen konservativen Entwicklungen entgegenzustellen und weiter für ein befreites Leben zu kämpfen.

Der fortschrittliche Gedanke der Emanzipation bestimmt maßgeblich unser politisches Handeln sowie die Arbeit innerhalb der Gruppe. Dabei sind uns vor allem zwischenmenschliche Beziehungen ohne Hierarchiegedanken wichtig, da nicht nur so die Entwicklung des einzelnen Menschen sondern auch die der Gruppe frei gestaltet werden kann. Wir möchten die alltägliche Werteordnung überwinden, um so eine soziale und gesellschaftliche Arbeit entstehen zu lassen, die sich selbstbestimmt organisiert. Emanzipation ist unserer Auffassung nach eine kämpfende Bewegung. Wir setzen uns dabei für Lebensbedingungen für alle Menschen ohne Zwang und Unterdrückung ein, dazu zählen wir auch ein Verfügen über den eigenen Körper und das eigene Leben.

Freiheit entsteht als kämpfende Bewegung!

Die Ablehnung des Dogmatismus ist uns als Gruppe wichtig, um uns, aber auch politische Alternativen zu bestehenden Systemen, weiterzuentwickeln. Wir werden aber immer unbequem bleiben und weiterhin unsere Meinung auf die Straße bringen.

CoA – Connecting Activists.